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Open de France de Polo BARNES

Kazak, die Sieger der Open de France BARNES 2026, nach einem packenden 10:9-Erfolg gegen Akasha. Von links nach rechts: Sébastien Aguettant, Pedro Chavanne, Leon Donoso und Teodoro Lacau. © Justine Jacquemot

KAZAKS REVANCHE UND KÖNIGIN HAZEL

Kühles Wetter, perfekte Bedingungen für diese außergewöhnlichen Pferde, um ihr ganzes Können zu zeigen, zahlreiche Zuschauer und auf dem Spielfeld fünf Chukker, die nahezu ohne Unterbrechung und in atemberaubendem Tempo gespielt wurden. Das Finale der Open de France BARNES 2026 wird als eines der besten und mit Sicherheit als eines der schnellsten in die Geschichte der mittlerweile 26 Austragungen des Turniers eingehen: kaum Unterbrechungen, wenige Fouls und Strafen, lange Runs, spektakuläre Golazos und eine Gruppe junger Spieler, die das Spiel zum Leuchten brachte und selbst diejenigen begeisterte, die an diesem Sonntag in Chantilly zum ersten Mal Polo erlebten.

Nach einem atemberaubenden letzten Chukker gelang Kazak schließlich die Revanche gegen Akasha und der 10:9-Sieg. Einige Stunden zuvor hatte Why Not das SkinCeuticals Women’s Open de France mit einem eindrucksvollen 8:1-Sieg gegen Augustinus Bader gewonnen – angeführt von einer überragenden Hazel Jackson.

Kazak: Aguettants Revanche und atemberaubende Nachwuchstalente

Fünf Jahre hatte Sébastien Aguettant auf diese Revanche gewartet. Nachdem er im Finale der Open de France 2021 mit 5:12 gegen La Magdeleine – heute Akasha – verloren hatte, setzte der Kapitän von Kazak in diesem Jahr ganz auf die Jugend. Auf eine extrem junge Mannschaft sogar – und am Sonntag in Chantilly übernahm diese schlichtweg das Kommando.

Der älteste der drei Profis von Kazak, Teodoro Lacau, ist gerade einmal 24 Jahre alt. An seiner Seite lieferten Pedro Chavanne und Leon Donoso – zusammen gerade einmal 33 Jahre alt – ein herausragendes Finale. Golazos, lange Runs, unglaubliche Spielzüge, nur sehr wenige Fouls und vor allem: Alle zehn Tore von Kazak wurden von diesen drei Spielern erzielt. Vier Tore gingen auf das Konto von Chavanne, vier auf das von Donoso und zwei auf das von Lacau.

Auf der anderen Seite war ein weiteres Nachwuchstalent fest entschlossen, ihnen das Leben schwer zu machen. Der 20-jährige Ciro Urturi erzielte vier der neun Tore von Akasha, darunter die ersten beiden Treffer seines Teams. Damit brachte er seine Mannschaft ins Spiel und hielt sie in einer Partie, die Kazak dennoch weitgehend unter Kontrolle zu haben schien. 2:1, 4:3, 6:5 und schließlich 8:6 – Kazak führte nach jedem Chukker. Doch nie deutlich genug, um wirklich durchatmen zu können.

Und schon gar nicht in den letzten Minuten. Mit einem 6:10-Rückstand ging Akasha in die Schlussphase – und kämpfte sich innerhalb weniger Minuten auf 9:10 heran. Beim letzten Spielzug schien der Ausgleich sogar zum Greifen nah. Erst eine geradezu sensationelle Rettungsaktion der Kazak-Defensive unmittelbar vor der eigenen Torlinie verhinderte Akashas zehnten Treffer und damit die Verlängerung. Dieses Finale war definitiv nichts für schwache Nerven.

Mit seinen 24 Jahren ging Teodoro Lacau in dieser jungen Mannschaft beinahe schon als Patriarch durch – eine Vorstellung, die ihn nach dem Spiel selbst amüsierte:

„Ich fühlte mich ein bisschen wie ein Vater. Eigentlich musste ich gar nicht viel tun – nur darauf achten, dass ich das Team nicht aus dem Rhythmus bringe. Den Rest haben sie gemacht!“

Doch „Papa“ hatte zuvor eine Vorhersage getroffen. Beim ersten Aufeinandertreffen im Turnier hatte Kazak noch mit 6:11 gegen Akasha verloren:

„Ich habe ihnen schon am allerersten Tag gesagt, dass wir sie schlagen werden, wenn wir noch einmal gegen sie spielen. Und genau das ist passiert.“

Anschließend folgte die schwierige Aufgabe, den besten Spieler des Finales zu bestimmen. Pedro Chavanne und Leon Donoso hatten beide einen derart großen Einfluss auf das Spiel, dass zwischen ihnen kaum eine Entscheidung möglich schien. Doch am Ende musste eine Wahl getroffen werden: Der Chilene Leon Donoso wurde zum MVP gekürt und wurde mit gerade einmal 16 Jahren zum jüngsten MVP in der Geschichte der Open de France.

Vielleicht ist genau das letztlich das Bild, das von diesem Finale in Erinnerung bleiben wird. Von den insgesamt 19 erzielten Toren gingen 14 auf das Konto von Teodoro Lacau, Pedro Chavanne, Leon Donoso und Ciro Urturi – vier Spieler, von denen der älteste gerade einmal 24 Jahre alt ist. An diesem Sonntag sahen wir sie im Finale der Open de France. Es wäre kaum überraschend, wenn wir sie in einigen Jahren in einem anderen großen Finale wiedersehen würden – auf Cancha 1 in Palermo.

Ergebnisse

KAZAK 10 – 9 AKASHA

Kazak (17): Sébastien Aguettant 0; Pedro Chavanne 5 (4 Tore); Leon Donoso 5 (4 Tore); Teodoro Lacau 7 (2 Tore).

Akasha (17): Alexandre Garese 0; Ciro Urturi 3 (4 Tore); Facundo Fernández Llorente 7 (2 Tore); Tommy Beresford 7 (3 Tore).

Spielstand nach den Chukkern: 2:1 / 4:3 / 6:5 / 8:6 / 10:9

BPP (Best Playing Pony): Irenita Risa, gespielt von Facundo F. Llorente.
AACCP BPP (bestes im argentinischen Stutbuch registriertes Pferd): Flojura Pulpera, gespielt von Leon Donoso.
MVP by Drimmer: Leon Donoso (Kazak).
Amateur MVP by SoftShield: Sébastien Aguettant (Kazak).
Standing Rock Fair Play Award: Eternal J.

Why Not, die Siegerinnen der SkinCeuticals Women’s Open de France 2026, nach ihrem eindrucksvollen 8:1-Erfolg gegen Augustinus Bader. Von links nach rechts: Allegra Barnaba, Lorena Renggli, Hazel Jackson und Hana Grill. © Justine Jacquemot

SkinCeuticals Women’s Open de France

WHY NOT UND HAZEL JACKSON REGIEREN SOUVERÄN

Der sportliche Festtag hatte mit dem Finale der SkinCeuticals Women’s Open de France begonnen. Alles deutete auf ein hochklassiges Duell zwischen den beiden einzigen ungeschlagenen Teams der Qualifikationsphase hin: Augustinus Bader mit Lia Salvo und Why Not mit Hazel Jackson. Doch aus dem erwarteten engen Duell wurde schnell eine einseitige Angelegenheit: Why Not gewann deutlich mit 8:1.

Augustinus Bader fand zu keinem Zeitpunkt zu jener Organisation und Kontrolle zurück, die das Team in seinen ersten drei Partien ausgezeichnet hatte. Zu viele Fouls erwiesen sich insbesondere gegen eine Spielerin wie Hazel Jackson als kostspielig, denn solche Chancen lässt sie nur selten ungenutzt. Zur Halbzeit führte Why Not bereits mit 5:1, wobei Jackson vier Penalties verwandelte.

Angesichts des Rückstands blieb Lia Salvos Team anschließend kaum eine andere Wahl, als die defensive Ordnung zu lockern und offensiver zu agieren, um noch einmal ins Spiel zurückzufinden. Doch Why Not ließ nicht nach. In der zweiten Hälfte erzielte das Team drei weitere Tore, ohne einen Gegentreffer zuzulassen. Salvo hingegen, normalerweise äußerst zuverlässig bei Penalties, ließ mehrere Möglichkeiten ungenutzt.

Jackson wollte den überzeugenden Sieg jedoch keineswegs darauf zurückführen, dass die Gegnerinnen einen schlechten Tag erwischt hatten:

„Ich glaube nicht, dass sie schlecht gespielt haben. Ich denke einfach, dass wir unser bestes Spiel des gesamten Turniers gezeigt haben. Die Mädels haben unglaublich diszipliniert gespielt und unsere Defensive war phänomenal. Ich denke, das Ergebnis zeigt das deutlich. Wir waren defensiv so konsequent, dass wir ihnen kaum die Möglichkeit gegeben haben, ihr eigenes Spiel aufzuziehen.“

Die britische Spielerin hinterließ bei den diesjährigen Open zweifellos ihre Spuren: Sieben der acht Tore von Why Not im Finale gingen auf ihr Konto, insgesamt erzielte sie 22 Treffer im gesamten Turnier und wurde mit dem SoftShield Best Professional Player Award ausgezeichnet. Ihre Teamkollegin Lorena Renggli erhielt den Drimmer Best Amateur Player Award.

Und wie so oft im Polo endet die Geschichte auch hier mit einem Pferd. Als Best Playing Pony des Finales wurde El Overo Z7 Michinga ausgezeichnet, gespielt von Hazel Jackson. Die Stute gehört mittlerweile Jackson, wurde ihr jedoch von Sheikha Maitha Al Maktoum, Patronin des UAE Polo Teams, und Lucas Monteverde geschenkt.

„Sie ist unglaublich – sie hat ein riesiges Herz“, sagte Jackson.

Ein weiteres schönes Kapitel in der gemeinsamen Geschichte, die Hazel Jackson, Lia Salvo und das Zuchtprogramm El Overo Z7 miteinander verbindet.

Hazel fasste diese drei Wochen schließlich in einem einzigen Satz zusammen:

„Es war der beste Monat in Chantilly, an den ich mich erinnern kann.“

Dem können wir uns nur anschließen!

Ergebnisse

WHY NOT 8 – 1 AUGUSTINUS BADER

Augustinus Bader (16): Alicia Gariador 3 (1 Tor); Mendoza Houben 1; Paloma Lauro 4; Lia Salvo 8.

Why Not (16): Allegra Barnaba 1; Lorena Renggli 2; Hana Grill 3 (1 Tor); Hazel Jackson 10 (7 Tore).

Spielstand nach den Chukkern: 1:2 / 1:5 / 1:6 / 1:8

BPP (Best Playing Pony): El Overo Z7 Michinga, gespielt von Hazel Jackson (Why Not).
Best Amateur Player by Drimmer: Lorena Renggli.
Best Professional Player by SoftShield: Hazel Jackson.

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