LOHN AVIATION GROUP
Die familiengeführte Lohn Aviation Group bietet individuelle Lösungen für private Flugreisen sowie den Kauf, die Finanzierung und das Management von Flugzeugen. Mit einer modernen und vielseitigen Flotte verbindet das Unternehmen internationale Reichweite mit dem Zugang zu außergewöhnlichen Destinationen.
Warum manchmal das kleinere Flugzeug die bessere Wahl ist und private Luftfahrt mehr bedeutet als luxuriöses Reisen.
Text: POLO+10
Fotografie: Sven Vollert, Peter Luthaus, Nicolas Lohn
Ein Gespräch mit Nicolas Lohn, Gründer der Lohn Aviation Group, Geschäftsführer und aktiver Flugkapitän, über außergewöhnliche Reiseziele, persönliche Betreuung und die Frage, wann sich ein eigenes Flugzeug wirklich lohnt.
Herr Lohn, wenn man an private Luftfahrt denkt, hat man meist große, luxuriöse Jets vor Augen. Wird das der Vielfalt Ihres Angebots gerecht?
Nur zum Teil. Moderne Langstreckenjets bieten außergewöhnlichen Komfort und verbinden Kontinente ohne Zwischenlandung. Aber die Größe eines Flugzeugs sagt nichts darüber aus, wie gut es zu einer Reise passt.
Als aktiver Pilot erlebe ich immer wieder, dass ein kleineres Flugzeug für unsere Gäste die bessere Wahl sein kann.
Was bedeutet das konkret?
Nehmen wir einen Wochenendausflug nach Kitzbühel. Wer mit einem klassischen Privatjet anreist, landet in Innsbruck oder Salzburg und setzt die Reise anschließend mit dem Auto fort. Mit einem geeigneten Flugzeug können wir dagegen direkt in St. Johann landen. Von dort sind es nur etwa zehn bis fünfzehn Minuten bis nach Kitzbühel.
Oder Venedig. Anstatt den internationalen Flughafen Marco Polo anzufliegen, können wir auf dem Flugplatz Venedig-Lido landen. Von dort bringt Sie ein Wassertaxi in wenigen Minuten ins historische Zentrum. Ein traumhafter Anflug über die Lagune inklusive.
Ein weiteres Beispiel ist Courchevel in den französischen Alpen. Der dortige Altiport liegt direkt im Skigebiet und stellt durch seine kurze, steile Piste besondere Anforderungen an Flugzeug und Besatzung.
Solche Möglichkeiten verändern das Reiseerlebnis grundlegend. Unsere Gäste verbringen weniger Zeit mit Transfers und haben mehr Zeit für das, weswegen sie eigentlich unterwegs sind.
Dafür benötigt man vermutlich eine sehr spezielle Flotte?
Vor allem eine vielseitige. Wir bieten bewusst mehrere Flugzeugklassen an. Unsere Flotte ist im Durchschnitt gerade einmal vier Jahre alt und umfasst Langstreckenjets wie die Falcon 7X und 8X, Business Jets wie die Pilatus PC-24 und Citation XLS+ sowie Turboprop-Flugzeuge wie die Pilatus PC-12 NGX und PRO. Hinzu kommen kleinere Maschinen, darunter die Diamond DA62.
Jeder Typ hat seine Stärken: Die Falcon 8X eignet sich für interkontinentale Reisen, die PC-12 PRO erschließt kleine Plätze mit kurzen oder teils unbefestigten Pisten.
Sie haben Lohn Aviation vor 16 Jahren gegründet. Was hat sich seitdem verändert?
Vieles. Angefangen habe ich praktisch allein mit einer DA40. Heute betreuen wir internationale Privatkunden, Unternehmen sowie Mitglieder von Regierungen und königlichen Familien.
Unverändert ist unser Serviceverständnis. Wir sagen ganz bewusst: Wir haben keine Passagiere, wir haben Gäste.
Wir möchten unsere Gäste kennenlernen, ihre Wünsche verstehen und langfristig begleiten, damit sie möglichst wenig selbst organisieren müssen. Ob Hotel, Yacht, Villa, Restaurant, wir kümmern uns auf Wunsch auch um die Details abseits des eigentlichen Fluges.
Was schätzen Ihre Gäste besonders?
Verlässlichkeit, Diskretion und persönliche Erreichbarkeit.
Unsere Gäste haben häufig enge Zeitpläne. Sie erwarten zu Recht, dass Dinge funktionieren und sich jemand persönlich um ihre Anliegen kümmert. Oft sind es die kleinen Dinge, die guten Service ausmachen, nicht die spektakuläre Inszenierung.
Zu gutem Service gehört auch ehrliche Beratung. Wenn ein kleineres Flugzeug oder eine andere Lösung besser passt, sagen wir das. Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass man immer das teuerste Produkt verkauft.
Sie begleiten Kunden auch beim Kauf und Betrieb eigener Flugzeuge. Wann ist ein eigenes Flugzeug sinnvoll?
Das ist eine sehr individuelle Entscheidung, bei der es um weit mehr als die jährlichen Flugstunden geht.
Die tatsächliche Nutzung spielt eine wichtige Rolle, ebenso die persönlichen Anforderungen. Wer regelmäßig sehr kurzfristig reisen oder ein Flugzeug dauerhaft nach eigenen Vorstellungen nutzen möchte, für den kann Eigentum interessant sein. Ab etwa 100 bis 200 Flugstunden jährlich, je nach Flugzeugtyp, lohnt es sich, die verschiedenen Eigentums- und Nutzungsmodelle genauer zu vergleichen.
Unsere Kunden haben einen festen Ansprechpartner, der sie von der ersten Überlegung über die Flugzeugauswahl und den Kauf bis zur passenden Finanzierungs- oder Leasinglösung, dem laufenden Betrieb und einem späteren Verkauf begleitet.
Manchmal lautet unsere Empfehlung auch ganz bewusst, kein Flugzeug zu kaufen. Wenn Charter oder ein anderes Nutzungsmodell wirtschaftlich sinnvoller ist, gehört es zu unserer Verantwortung, das offen anzusprechen.
Was macht für Sie persönlich die Faszination der privaten Luftfahrt aus?
Die Freiheit, Reisen nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten, außergewöhnliche Orte zu erreichen und vor allem Zeit zu gewinnen. Zehn Minuten vor Abflug am Flughafen anzukommen und direkt zum Flugzeug zu gehen, ist für mich echter Luxus.
Mich fasziniert dabei nicht nur das Fliegen selbst, sondern vor allem, welche Möglichkeiten es eröffnet. Ob eine Geschäftsreise mit mehreren Terminen an einem Tag oder ein spontanes Wochenende in den Alpen. Private Luftfahrt schafft Freiräume, die sonst kaum möglich wären. Am Ende geht es nicht darum, wohin wir unsere Gäste fliegen, sondern darum, welche Freiheiten wir ihnen dadurch eröffnen.