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Zwei Halbfinals mit nur einem Tor Unterschied machen das Finale in Gstaad völlig offen

Adrian Laplacette, der sechs Tore erzielte, hatte maßgeblichen Anteil am Finaleinzug von Albinati Aeronautics. © Pascal Renauldon – R&B Presse

Zwei Halbfinals, zwei Spiele, die jeweils mit nur einem Tor Unterschied entschieden wurden – und ein Finale, das wohl nur wenige so vorhergesagt hätten. Zunächst bezwang Albinati Aeronautics in einem packenden Duell Hublot mit Superstar Gonzalo Pieres Jr. mit 11:10. Anschließend warf Kielder Agro Group den Titelverteidiger Gstaad Palace mit einem Golden Goal aus dem Turnier (6:5). Bei zurückgekehrtem Sonnenschein und vor großer Zuschauerkulisse bestätigte der Samstag vor allem eines: Selten zuvor lagen die vier Teams beim Hublot Polo Gold Cup Gstaad leistungsmäßig so eng beieinander.


Albinati bezwingt Hublot und Pieres in einem Thriller

Starke Nerven waren gefragt, um sich das erste Ticket für das Finale des Hublot Polo Gold Cup Gstaad zu sichern. Am Ende eines spektakulären Halbfinales mit zahlreichen Toren und dramatischen Wendungen sorgte Albinati Aeronautics für die Überraschung und bezwang Hublot um Gonzalo Pieres Jr. mit 11:10.

Zunächst lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch (3:3), bevor Hublot im zweiten Chukker die Kontrolle zu übernehmen schien und mit 6:4 in Führung ging. Doch in dieser Partie blieb nichts lange entschieden. Vier Tore im dritten Spielabschnitt drehten das Match komplett und ermöglichten Albinati, mit einem Tor Vorsprung (8:7) in den letzten Chukker zu gehen.

Der Schlussabschnitt entwickelte sich zu einem großartigen Duell. Nachdem Hublot ausgeglichen hatte, brachte Adrian Laplacette Albinati mit einem spektakulären Treffer erneut in Führung. Bautista Beguerie antwortete beinahe umgehend mit einem ebenso sehenswerten Tor: 10:10 bei weniger als zwei verbleibenden Minuten.

Dann schlug Facundo Retamar zu. Mit seinem entscheidenden Treffer schoss er Albinati Aeronautics ins Finale.

Gonzalito Pieres blieb dabei keineswegs hinter den Erwartungen zurück. Der dreimalige Sieger der Argentine Open erzielte sieben der zehn Hublot-Tore und prägte das Spiel mit seiner ganzen Klasse. Albinati setzte dem jedoch eine geschlossene Mannschaftsleistung entgegen, die für Fabio Meier letztlich den Unterschied ausmachte:

„Ihr Team ist sehr, sehr stark. Wir lagen zurück, dann vorne, dann wieder zurück … Aber am Ende haben wir alle zusammengearbeitet. Ich glaube, genau das hat den Unterschied gemacht.“

Auch für den gerade bezwungenen Gonzalo Pieres fand der Schweizer nur lobende Worte:

„Gonza ist einer der besten Spieler der Welt. Es war sehr schwierig, gegen ihn zu spielen. Aber wir sind vier Spieler und nicht nur einer. Wir haben alle gemeinsam gekämpft, und ich denke, genau da haben wir den Unterschied gemacht.“

Für Fabio Meier wird das Finale am Sonntag eine besondere Bedeutung haben. Er ist seit vielen Jahren ein vertrautes Gesicht in Gstaad, wartet hier aber noch immer auf seinen ersten Turniersieg:

„Wir kommen seit vielen Jahren hierher und haben es noch nie geschafft, die Trophäe zu gewinnen. Aber ich glaube, dieses Jahr … dieses Mal schaffen wir es!“

Damit blieb nur noch die Frage offen, auf wen Albinati am Sonntag im Finale treffen würde.


Kielder behält die Nerven

Nach den 21 Toren und zahlreichen Wendungen des ersten Halbfinales fanden Kielder Agro Group und Gstaad Palace einen anderen Weg, die Spannung noch weiter zu steigern: Sie benötigten einen fünften Chukker, den Suplementario, und ein Golden Goal, um einen Sieger zu ermitteln.

Gstaad Palace erwischte den besseren Start und ging mit 2:1 in Führung. Doch Kielder arbeitete sich zunehmend in die Partie zurück und schien im dritten Chukker einen entscheidenden Schritt in Richtung Finale zu machen, als das Team mit 5:3 erstmals einen Zwei-Tore-Vorsprung herausspielte.

Doch Gstaad Palace hatte keineswegs vor, seinen Titel kampflos abzugeben. Nach dem Anschlusstreffer zum 5:4 gelang schließlich Santiago Loza der Ausgleich. Insgesamt erzielte der Argentinier drei Tore in der Partie.

In den Schlussminuten hatte Loza sogar den Sieg auf dem Schläger: Ein 60-Yard-Penalty hätte Gstaad Palace direkt ins Finale bringen können. Doch sein Schuss ging rechts am Tor vorbei.

Nach vier Chukkern stand es damit 5:5 – Verlängerung. Nun galt die kompromisslose Regel des Golden Goals: Das erste Tor entscheidet.

Auch der fünfte Chukker wurde genauso intensiv geführt wie die vier Spielabschnitte zuvor. Die Schiedsrichter hatten einiges zu tun, bis Kielder schließlich einen 30-Yard-Penalty zugesprochen bekam.

Manuel Fernandez Llorente behielt die Nerven und schoss den Ball zwischen die Pfosten – der entscheidende Treffer, der im gesamten Pepa-Lager für großen Jubel sorgte. Mit vier Toren, darunter zwei verwandelten Penaltys, war der Argentinier erfolgreichster Torschütze seines Teams. Sein Bruder Horacio steuerte die beiden weiteren Treffer bei.

Auch Juan Pepa spielte eine entscheidende Rolle beim Sieg – allerdings auf ganz andere Weise. Auf der Back-Position überzeugte der Kielder-Kapitän mit zahlreichen wichtigen Defensivaktionen und weiten Befreiungsschlägen, insbesondere in den Phasen, in denen Gstaad Palace den Druck erhöhte.

Horacio Fernandez Llorente, der zwei Tore erzielte, suchte nach dem Spiel nicht nach komplizierten Erklärungen für den Erfolg:

„Ich habe gelitten! Es war ein unglaubliches Spiel, sehr schwierig, auf einem anspruchsvollen Platz nach dem Regen von gestern. Auf diesem Niveau gab es praktisch keinen Unterschied zwischen den beiden Teams. Wir hatten einfach ein bisschen mehr Glück – und heute hat genau das den Unterschied gemacht.“


Ein Finale, das kaum vorherzusagen ist

Gonzalo Pieres ist ausgeschieden. Der Titelverteidiger ist ausgeschieden. Und nach zwei Halbfinals, die jeweils mit nur einem Tor Unterschied entschieden wurden – eines davon erst in der Verlängerung –, dürfte es schwerfallen, für das Finale am Sonntag zwischen Albinati Aeronautics und Kielder Agro Group einen klaren Favoriten zu benennen.

Genau diese Unberechenbarkeit fasst die Ausgabe 2026 vielleicht am besten zusammen: vier bemerkenswert ausgeglichene Teams und Spiele, die durch ein Traumtor, einen verwandelten oder verschossenen Penalty entschieden werden können – manchmal durch nicht mehr als wenige Zentimeter.

Schon jetzt kann Gstaad 2026 als ein herausragender Jahrgang bezeichnet werden: Sonnenschein – der auch für Sonntag vorhergesagt ist –, zahlreiche Zuschauer, eine großartige Atmosphäre und die beeindruckende Bergkulisse der Schweizer Alpen.

Nach den Wetterkapriolen vom Freitag schien sich am Samstag sogar der alpine Himmel entschieden zu haben: für die Seite des Polofestes.

Jetzt bleibt nur noch die Frage, welches Quartett am Sonntag das Glück auf seiner Seite haben und Gstaad mit der Trophäe verlassen wird – und mit einer Hublot am Handgelenk jedes Spielers.

Manuel Fernandez Llorente jubelt nach seinem Golden Goal, das Kielder Agro Group den Einzug ins Finale sicherte. © Pascal Renauldon – R&B Presse

Program

1:30 p.m.: Team Hublot vs. Team Gstaad Palace
3:00 p.m. – Final: Team Albinati Aeronautics vs. Team Kielder Agro Group


Statistics

Semi-Final 1

Team Hublot
Rupert Knauf – GER, 0
Gonzalo Pieres – ARG, 7 (7 goals, including 5 penalty shots)
Alfonso Nero – ARG, 1 (1 goal)
Bautista Beguerie – ARG, 6 (2 goals, including 1 penalty shot)

Team Albinati Aeronautics
Luca Meier – CH, 1 (1 goal)
Fabio Meier – CH, 1 (1 goal)
Adrian Laplacette – ARG, 6 (6 goals, including 3 penalty shots)
Facundo Retamar – ARG, 6 (3 goals)

Score Progression:
3–3 | 6–4 | 7–8 | 10–11


Semi-Final 2

Team Kielder Agro Group
Juan Pepa – IT, 2
Antonio Manzano – ARG, 0
Manuel Fernandez Llorente – ARG, 6 (4 goals, including 2 penalty shots)
Horacio Fernandez Llorente – ARG, 6 (2 goals)

Team Gstaad Palace
Markus Graeff – CH, 0
Thommy Graeff – CH, 3 (2 goals)
Santiago Loza – ARG, 7 (3 goals)
Facundo Kelly – ARG, 4

Score Progression:
1–2 | 2–3 | 5–4 | 5–5 | 6–5 (golden goal)

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