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„Das Poloshirt hat seinen Ursprung im Spiel“: Ein Gespräch mit J. Michael Prince von U.S. Polo Assn.

© Jason Nuttle Photography

Text von POLO+10 / Thomas Wirth

Fast jeder besitzt ein Poloshirt, doch nur wenige wissen, dass es seinen Ursprung auf dem Polofeld hat. Zum Abschluss der ersten Saison von U.S. Polo Assn. als offizieller Bekleidungssponsor des Greenwich Polo Club und im Rahmen der weltweiten Kampagne „The Polo Shirt: An Icon Born From The Game™“ spricht J. Michael Prince mit POLO+10 darüber, wie der Sport die Alltagsmode prägt und warum Authentizität heute wichtiger ist denn je. Prince ist President und CEO von USPA Global, dem Unternehmen, das die milliardenschwere Marke U.S. Polo Assn. betreut.

POLO+10: Viele unserer Leser kennen U.S. Polo Assn. von Turnieren in ganz Europa. Für diejenigen, die die Geschichte dahinter noch nicht kennen: Wie ist die Marke mit dem Sport selbst verbunden?

J. Michael Prince: U.S. Polo Assn. ist die offizielle Sportmarke der United States Polo Association (USPA), die 1890 gegründet wurde und der größte Verband von Poloclubs und Polospielern in den Vereinigten Staaten ist. Unsere Marke ist nicht nur vom Polosport inspiriert – in jedem Produkt von U.S. Polo Assn. steckt ein Stück seiner Geschichte. Diese authentische Verbindung zum Polosport unterscheidet uns von anderen sportlich inspirierten Marken und bildet den Kern jeder Geschichte, die wir erzählen.

Heute wird U.S. Polo Assn. in mehr als 190 Ländern über mehr als 1.200 eigene Geschäfte und Tausende weitere Verkaufsstellen vertrieben. Doch unsere Grundlage ist unverändert geblieben. Wir unterstützen den Sport auf allen Ebenen: von der traditionsreichen St. Regis British Open Polo Championship um den Cowdray Gold Cup im Cowdray Park Polo Club bis zur U.S. Open Polo Championship® im USPA National Polo Center im Palm Beach County in Florida. Die U.S. Open wurde erstmals 1904 ausgetragen und gilt unter der Verantwortung der USPA als das prestigeträchtigste Turnier der Vereinigten Staaten. Außerdem arbeiten wir mit Partnern wie ESPN, TNT, Eurosport, Star Sports und beIN Sports zusammen, um den Sport Millionen Sportfans und Konsumenten weltweit näherzubringen – vielen von ihnen zum ersten Mal. Wer in Hamburg, Istanbul oder Mumbai ein Poloshirt von U.S. Polo Assn. kauft, ist damit, bewusst oder unbewusst, mit einem Sport verbunden, dessen Geschichte mehr als ein Jahrhundert zurückreicht.

POLO+10: Ihre weltweite Kampagne heißt „The Polo Shirt: An Icon Born from the Game“. Warum erzählen Sie diese Geschichte gerade jetzt?

Prince: Das Poloshirt ist vielleicht das am häufigsten getragene Kleidungsstück der Welt, doch die Menschen verbinden es nicht unbedingt mit seinem Ursprung. Die meisten besitzen eines, aber nur wenige wissen, dass es tatsächlich vom Polofeld stammt. Aus Sicht des Storytellings ist das ein Geschenk. Als offizielle Sportmarke der USPA sahen wir uns in einer besonderen Position – und ehrlich gesagt auch in der Verantwortung –, diese Geschichte zu erzählen.

Das Poloshirt wurde für einen konkreten Zweck entworfen. Die Spieler brauchten etwas Atmungsaktives mit einem weichen Kragen und einer leichten Verarbeitung, das bei vollem Galopp jede Bewegung mitmacht. Genau dieses funktionale Design ist der Grund dafür, dass es seit mehr als 100 Jahren Bestand hat. Es wurde immer wieder neu interpretiert: als Preppy-Style, als luxuriöse Freizeitkleidung und heute als Athleisure. Vom Polofeld fand es seinen Weg auf den Universitätscampus und ins Büro – und passt noch immer in all diese Umgebungen.

Wir haben die Kampagne im Frühjahr 2026 weltweit gestartet. In unseren Geschäften gibt es eigens gestaltete Präsentationswände für Poloshirts und entsprechende Schaufensterdekorationen. Die Kampagnenbilder haben wir auf dem Polofeld aufgenommen, weil wir das Shirt dorthin zurückbringen wollten, wo es entstanden ist. Die Botschaft ist einfach: Das Poloshirt ist mehr als ein modisches Kleidungsstück. Es ist eine Ikone, die aus dem Sport hervorgegangen ist.

POLO+10: Wie beeinflusst der Polosport heute noch das Modeverständnis der Marke?

Prince: Der Polosport gibt U.S. Polo Assn. etwas, das viele Modemarken erst erfinden müssen: eine reale Welt, aus der wir schöpfen können. Die Farben der Teamtrikots, die Spielernummern, der Schnitt eines Shirts, das sich im Sattel bewähren muss, die Sattelkammer, die Stallungen, die Atmosphäre eines Sonntagsfinales – all das prägt unsere Designsprache.

POLO+10: 2026 war Ihre erste Saison als offizieller Bekleidungssponsor des Greenwich Polo Club. Warum Greenwich – und warum gerade jetzt?

Prince: Greenwich ist eine der wichtigsten Adressen für Sommerpolo in den USA. Die East Coast Open wurde erstmals 1978 im Myopia Polo Club in Massachusetts ausgetragen und zog 2005 nach Greenwich. Heute ist sie eine Meisterschaft auf 20-Goal-Niveau und das einzige High-Goal-Turnier an der Ostküste während der Sommersaison.

Greenwich liegt außerdem unmittelbar vor den Toren von New York City, einer der großen Modemetropolen der Welt. Diese Verbindung von Spitzensport und einem besonders einflussreichen, modebewussten Publikum ist genau das Umfeld, in das U.S. Polo Assn. gehört. Peter Brant, der Eigentümer des Greenwich Polo Club, hat dort etwas Außergewöhnliches geschaffen, und wir waren stolz, ein Teil davon zu sein.

Das diesjährige Finale zeigte den Sport von seiner besten Seite. IGEA besiegte FlyHouse mit 10:9, Raul „Gringo“ Colombres erzielte das Golden Goal, und Cristian „Magoo“ Laprida wurde zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt. Einen besseren Abschluss könnte man sich nicht ausdenken. Unser erstes Jahr mit dem Greenwich Polo Club bot uns eine großartige Gelegenheit, mehr Sportfans und Konsumenten für das Spiel zu begeistern und zugleich eine der prestigeträchtigsten High-Goal-Meisterschaften des Sommers zu unterstützen.

POLO+10: Die Fans in Greenwich erlebten während der Saison verschiedene Aktionen: einen Drink zum Divot Stomp, eine Kappenaktion und einen Signature-Cocktail. Welche Idee steckt dahinter?

Prince: Der Divot Stomp gehört zu meinen Lieblingstraditionen im Sport. In der Halbzeit gehen die Zuschauer auf das Spielfeld und treten die herausgelösten Grasstücke wieder fest. Es ist der eine Moment im Polo, in dem alle – vom erfahrensten Spieler bis zum Gast, der zum ersten Mal dabei ist – auf demselben Feld stehen und am Spiel mitwirken, indem sie den Rasen wieder herrichten. Genau diesen Geist soll U.S. Polo Assn. verkörpern.

In diesem Jahr haben wir während der Divot Stomps in der Halbzeit rot-weiß-blaue Kappen als Erinnerungsstücke an die Fans verteilt, um das 250-jährige Bestehen der Vereinigten Staaten zu feiern. Die Gäste konnten außerdem unseren Signature-Cocktail „The Divot Stomp™“ genießen. Mit Elementen unserer weltweiten Poloshirt-Kampagne vor Ort haben wir die direkte Verbindung zwischen dem Spielfeld und dem Shirt sichtbar gemacht. Für uns sind solche Gästeerlebnisse und Aktionen Geschichten zum Anfassen.

Wir glauben außerdem, dass ein Sponsor etwas zurückgeben sollte. Anlässlich der East Coast Open spendete U.S. Polo Assn. im Namen der beiden Finalteams an Rising Starr Horse Rescue und Old Friends Equine Rescue. Ohne Pferde gibt es kein Polo. Deshalb nehmen wir die Unterstützung von Organisationen, die sich für die Gesundheit und das Wohlergehen von Pferden einsetzen, sowie der Gemeinschaft der Polospieler sehr ernst.

POLO+10: Die Leser von POLO+10 verfolgen die europäische Saison sehr aufmerksam. Welche Bedeutung hat Europa für U.S. Polo Assn. – im Sport und in der Mode?

Prince: Europa ist einer unserer dynamischsten und strategisch wichtigsten Märkte. Gleichzeitig verfügt es über eine der vielfältigsten Sportkulturen der Welt. Beides geht ganz selbstverständlich Hand in Hand.

In diesem Jahr waren wir erstmals offizieller Trikot- und Bekleidungssponsor des 41. Snow Polo World Cup St. Moritz in der Schweiz. Schneepolo auf dem zugefrorenen See ist eines der außergewöhnlichsten Erlebnisse im Sport überhaupt. Mehr als 26.000 Besucher haben uns gezeigt, wie groß die Begeisterung für Polo in Europa ist.

In England haben wir unsere mehrjährige Partnerschaft mit dem Cowdray Park Polo Club als offizieller Bekleidungspartner der St. Regis British Open Polo Championship um den Cowdray Gold Cup fortgesetzt. Zum ersten Mal wurde auch das Finale der British Ladies Open am selben Tag wie das Finale des Cowdray Gold Cup ausgetragen. Das sagt viel darüber aus, in welche Richtung sich der Sport entwickelt. In unserem U.S. Polo Assn. Zelt vor Ort präsentierten wir die weltweite Poloshirt-Kampagne, unter anderem mit einem aufblasbaren Poloshirt und einer Fotowand. Die Fans konnten außerdem „The Divot Stomp“ genießen, serviert mit einem Rührstab in Form eines Poloschlägers.

Wie Ihre Leser bereits Anfang dieses Monats gesehen haben, unterstützten wir außerdem das 55. Sotogrande International Polo Tournament, die Barnes French Open, den Engel & Völkers Berlin Maifeld Polo Cup und das Museumplein Polo Amsterdam. Europa hat in der Geschichte des Poloshirts schon immer eine zentrale Rolle gespielt, und europäische Konsumenten legen Wert auf Authentizität. Genau das bieten wir.

POLO+10: Polo gilt seit Langem als exklusiver Sport. Wie passt eine Marke, die in 190 Ländern verkauft wird, zu diesem elitären Image?

Prince: Ich würde sagen, das Poloshirt beweist, dass Polo nie dazu bestimmt war, hinter einem Zaun zu bleiben. Es ist der Teil dieses Sports, der allen gehört.

Ein wichtiger Teil unserer Aufgabe bei USPA Global besteht darin, den Sport durch Geschichten einem breiteren Publikum zu öffnen. Dank unserer Übertragungspartnerschaften und unserer preisgekrönten Serie Breakaway auf dem YouTube-Kanal von Global Polo können Millionen Fans weltweit heute bedeutende Meisterschaften und Einblicke hinter die Kulissen eines Sports sehen, zu dem sie zuvor keinen Zugang hatten. Durch Erlebnisse wie den Divot Stomp werden auch Zuschauer, die zum ersten Mal dabei sind, Teil des Spiels. Der Polosport bietet etwas, das nur wenige andere Sportarten ermöglichen: Männer und Frauen können gemeinsam auf höchstem Niveau antreten. Das ist eine starke, zeitgemäße Botschaft, die wir gerne vermitteln.

Jeder Mensch, der U.S. Polo Assn. trägt, ist ein potenzieller neuer Fan des Sports.

POLO+10: 2026 feiern die Vereinigten Staaten ihr 250-jähriges Bestehen. Wie geht eine amerikanische Marke mit einem weltweiten Publikum mit einem solchen Jubiläum um?

Prince: Der Polosport kam 1876 in die Vereinigten Staaten, und amerikanische Spieler nahmen 1924 an den Olympischen Spielen in Paris teil. Polo ist also seit sehr langer Zeit Teil der amerikanischen Geschichte. Zum 250-jährigen Jubiläum haben wir gemeinsam mit ESPN eine Sonderfolge unserer Serie Breakaway produziert. Unter dem Titel „Polo in America“ beleuchtet sie die Geschichte und den Einfluss des Polosports in den Vereinigten Staaten.

In unseren Geschäften und Produkten feiern wir unsere klassische Farbpalette aus Rot, Weiß und Blau mit sorgfältig zusammengestellten Kollektionen. Unsere Reichweite ist global, unsere Identität jedoch eindeutig amerikanisch. Wir glauben, dass dies einen Teil unserer Anziehungskraft im Ausland ausmacht. Konsumenten in Europa, Asien, Indien und im Nahen Osten schätzen den zeitlosen amerikanischen Sportstil, wenn er authentisch ist und in einem echten Sport mit einer echten Geschichte wurzelt.

POLO+10: U.S. Polo Assn. wurde kürzlich von License Global als weltweit führender Lizenzgeber im Sportbereich eingestuft. Wie wächst die Marke weiter, ohne die von Ihnen beschriebene Authentizität zu verlieren?

Prince: Wir waren sehr stolz darauf, 2026 von License Global als weltweit führender Lizenzgeber im Sportbereich eingestuft zu werden – neben anderen herausragenden Namen aus dem Sport wie der PGA Tour, der NFL Players Association und der Formel 1. Nach einem Einzelhandelsumsatz von 2,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 ist unser nächstes Ziel ein weltweiter Einzelhandelsumsatz von 4 Milliarden US-Dollar und ein Netz von 1.500 U.S. Polo Assn. Geschäften.

Indien bleibt der am schnellsten wachsende Markt der Marke. Dort gilt U.S. Polo Assn. weithin als größte Marke für sportliche Freizeitmode für Herren. Langfristig streben wir dort einen Einzelhandelsumsatz von einer Milliarde US-Dollar an. Außerdem baut die Marke 2026 ihre Aktivitäten in mehreren strategisch wichtigen Märkten aus, darunter Australien, Polen, Argentinien, Brasilien, Thailand, Vietnam und ausgewählte afrikanische Märkte.

Wachstum ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn die Verbindung zum Sport erhalten bleibt. Deshalb investieren wir weiterhin in beide Bereiche unseres Geschäfts. Im Sport bauen wir unsere Partnerschaften aus, etwa mit dem Greenwich Polo Club und dem Snow Polo World Cup St. Moritz. Bei unseren Produkten entwickeln wir uns kontinuierlich weiter und setzen künftig einen starken Schwerpunkt auf Herren- und Jungenmode. Aus Vertriebs- und Marketingsicht bleiben Kanäle für den Direktvertrieb an Endkunden weltweit ein zentraler Wachstumstreiber. Unterstützt wird dies durch die Erweiterung unseres Filialnetzes, verbesserte Einkaufserlebnisse in den Geschäften und ein wachsendes digitales Ökosystem.

POLO+10: Worauf können sich die Leser von POLO+10 in den kommenden Monaten bei U.S. Polo Assn. freuen?

Prince: Wir schließen weltweit ein sehr starkes Jahr im Sport ab. Noch vor Jahresende werden wir spannende Neuigkeiten bekannt geben, die unserer Ansicht nach auch die Polo-Community begeistern werden. Wir freuen uns darauf, den Lesern von POLO+10 schon sehr bald mehr darüber zu erzählen. Unterdessen läuft unsere weltweite Poloshirt-Kampagne An Icon Born from the Game weiter, und wir planen bereits eine noch größere Saison 2027 in den Vereinigten Staaten und Europa.

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